Haare & Frisuren bestimmen unseren kompletten Look und für eine geschmeidige, glänzende Wallemähne würden die meisten Frauen alles tun. Doch was bringen bestimmte Pflegeroutinen wirklich? Wie oft sollte man dem Friseur einen Besuch abstatten und stimmt es wirklich, dass Haare bei Stress vermehrt ausfallen? Wir haben in folgendem Beitrag 15 bekannte Haarmythen unter die Lupe genommen.

Mythos #1

Je öfter man seine Spitzen schneidet, desto schneller & dicker wachsen die Haare nach

Der wohl bekannteste aller Haar-Mythen, der sich seit Jahren solide hält. Doch Haare wachsen weder schneller, noch dicker nach wenn sie regelmäßig geschnitten werden. Da die Spitzen der Haare jedoch nach einiger Zeit brüchig werden, sieht frisch geschnittenes Haar einfach wieder fülliger und gesünder aus.

Mythos #2

Je öfter die Haare gewaschen werden, desto schneller fetten sie nach

Auch dieser Mythos ist in aller Munde und an ihm ist sogar etwas dran. Das Fett in den Haaren stammt von übermässiger Talgproduktion der Kopfhaut. Je aggressiver/chemischer die Inhaltsstoffe eines Shampoos sind, desto mehr wird damit die Kopfhaut ausgetrocknet, worauf sie wiederum mehr Talg produziert. Es ist daher ratsam, zu milden Shampoos zu greifen und auf keinen Fall in die Falle der zahlreichen „Anti-Fett-Shampoos“ zu tappen – diese trocknen die Kopfhaut nur aus und fördern somit eine vermehrte Talgproduktion. Wenn man wirklich zu stark fettigen Haaren neigt, sollte man lieber öfter zu Trockenshampoo greifen und so 1-2 Tage zur nächsten Haarwäsche überbrücken.

Mythos #3

Pflegeprodukte können Spliss reparieren

Dieser Mythos ist leider völlig falsch. Wenn die Haarspitzen einmal kaputt sind, dann sind sie kaputt und nurmehr die Schere kann sie retten. Diverse Pflegeprodukte, die angeblich Wunder bewirken solle, sind reine Profitmacherei.

Mythos #4

Haargummis & Metallspangen sind schädlich für die Haare

Dieser Mythos stimmt: Da die Haare durch das Tragen von Haargummis & Spangen extrem „zusammengequetscht“ werden, wird somit die Schuppenschicht der Haare sehr leicht zerstört und es entstehen Bruchstellen im Haar. Wenn jedoch nicht auf den Pferdeschwanz verzichtet werden will, sollte man unbedingt zu Haargummis ohne Metallstücken greifen. Am Besten verwendest du Spiral-Haargummis: Diese haben keinen Verschluss/keine Naht und sind somit sehr schonend zum Haar – außerdem gibt es sie in allen möglichen Farben und sie sehen noch dazu super aus!

Mythos #5

Häufiges Tragen von Zöpfen ist schädlich

Tatsächlich: Oftmaliges Tragen von strammen Frisuren wie Pferdeschwänzen oder strengen Dutts beanspruchen die Haarfollikel sehr stark. Diese sterben bei hoher Belastung leicht ab, dies kann sogar dazu führen dass der Haaransatz auf Dauer zurückweicht. Doch keine Sorge – solange man nicht jeden Tag eine straff gebundene Frisur trägt, hat man nichts zu befürchten.

Mythos #6

Je mehr Pflegeprodukte verwendet werden, desto schöner das Haar

Aus dem riesengroßen Angebot an Haarprodukten ist es oft schwer, die richtige Auswahl zu treffen. Hier ein Shampoo, da ein Conditioner, noch eine Maske drauf und natürlich noch Öle und Hitzeschutz-Sprays um die Haare beim Styling zu schonen. Doch hier ist vorsicht geboten: Am Besten ist es, aufeinander abgestimmte Pflegelinien zu verwenden. Es ist meist ziemlich sinnlos, 100 verschiedene Produkte in sein Haar zu klatschen und weniger ist oft mehr.

Mythos #7

Je mehr Bürstenstriche, desto glänzender das Haar

Es ist zwar richtig, dass häufiges Bürsten die Haare glänzender macht, aber das liegt nur daran, dass somit der Talg vom Ansatz zu den Spitzen befördert wird. Also aufpassen bei schnell fettenden Haaren – je mehr gekämmt wird, desto schneller sieht das Haar fettig aus! Die sagenumwobenen 100 Bürstenstriche sind völlig unnötig und können mit der falschen Bürste sogar schädlich für das Haar sein.

Mythos #8

Die Haare nass zu kämmen macht sie kaputt

Dieser Mythos stimmt: Im nassen Zustand sind die Haare viel zerbrechlicher und können sehr leicht kaputtgehen und ausreißen. Wenn es wirklich notwendig ist die nassen Haare zu kämmen, sollte man zu einem grobzackigen Kamm greifen und erst im trockenen Zustand mit einer normalen Bürste nacharbeiten.

Mythos #9

Spülen mit kaltem Wasser verleiht den Haaren mehr Glanz

Abgesehen davon, dass man morgens sicher schneller wach wird wenn man sich die Haare mit kaltem Wasser wäscht, hat diese Prozedur wenig Einfluss auf den Glanz der Haare. Stattdessen ist es sinnvoller, ab und zu eine schonende Haarkur oder einen nährendes Öl zu verwenden. Die Tortur einer eiskalten Dusche für glänzendes Haar kann man sich somit ohne Weiteres sparen.

Mythos #10

Die Wirkung von Haarprodukten lässt irgenwann nach, da sich Haare an sie „gewöhnen“

Wenn man ein Haarprodukt oder eine ganze Pflegeserie über längere Zeit benutzt, merkt man oft, dass die anfängliche Wirkung irgendwie nachlässt. Das liegt aber nicht an der zu langen Verwendung der Produkte, sondern allein an den äußeren Umständen: Im Winter, wenn es draußen kalt ist und oft Mützen und Schals getragen werden, braucht unser Haar einfach eine andere Pflege als im Sommer wenn wir unsere Haare am Strand extremer Sonnenstrahlung und salzigem Meerwasser aussetzen. Man kann also beruhigt weiterhein seine Lieblingsprodukte verwenden und einfach ab und zu seine Pflegeroutine dem Wetter und der Jahreszeit anpassen.

Mythos #11

Kopfmassagen lassen die Haare schneller wachsen

Auch dieser Mythos hält sich sehr hartnäckig. Angeblich sollen Massagen der Kopfhaut die Durchblutung anregen und somit das Haarwachstum fördern. Die Kopfhaut ist aber von Natur aus sehr stark durchblutet und muss keineswegs zusätzlich angeregt werden. Eine Kopfmassage ist zwar äußerst entspannend, Haare schneller wachsen lassen kann sie jedoch nicht.

Mythos #12

Haare kann man sich schön essen

Dieser Mythos ist wahr! Wenn man zu wenige Nährstoffe wie Vitamine, Eiweiße und Spurenelemente zu sich nimmt, kann dies durchaus zu dünnerem Haar oder Haarausfall führen. Genau wie jede andere Zelle in unserem Körper, brauchen auch die Zellen der Haarwurzeln jede Menge Energie und gesunde Nahrung. Nur wenn die Kopfhaut mit den richtigen Nährstoffen versorgt ist, können die Haare auch gesund und prächtig wachsen!

Mythos #13

Zu viel Hitze beim Styling schadet den Haaren

Das stimmt leider. Durch starke Hitze beim Föhnen, Glätten oder Locken machen wird die Haarstruktur angegriffen. Wichtig ist also beim Föhnen genug Abstand zu den Haaren zu halten (etwa 30 cm) und die Haare ab und zu auch an der Luft völlig trocknen zu lassen. Wenn man seine Haare sehr häufig mit Glätteisen, Lockenstab & Co. stylt, sollte man unbedingt mit qualitativ hochwertigen Produkten arbeiten und seine Haare gelegentlich mit einer feuchtigkeitsreichen Kur oder Maske verwöhnen.

Mythos #14

Stress fördert den Haarausfall

Dieser Mythos ist leider wahr. Durchschnittlich verlieren wir 80-100 Haare pro Tag. Haben wir jedoch vermehrt Stress – körperlich oder psychisch – , kann es durchaus mehr sein. Wenn die stressige Zeit wieder nachlässt, sollte sich der vermehrte Haarausfall jedoch schnell wieder einstellen. Am besten ist es also auch für die Haare, auf einen gesunden und ausgewogenen Lebensstil zu achten.

Mythos #15

Längere Einwirkzeiten von Haarprodukten bringen bessere Ergebnisse

Oft hört man, dass Haarfarben intensiver sind je länger man sie einwirken lässt. Das ist jedoch völlig falsch: Die angegebenen Einwirkzeiten sind genau abgestimmt um optimale Farbergebnisse zu erhalten ohne die Haare unnötig zu strapazieren. Bei Haarfarben bringt also eine längere Einwirkzeit keine besseren Ergebnisse. Anders ist das beispielsweise bei Haarkuren: Hier kann eine längere Einwirkzeit als auf der Verpackung angegeben manchmal durchaus Sinn machen. Wichtig ist nur das anschließende, gründliche Ausspülen der Haare.